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Die LED-Laser-Kombifalle: Aus der Forschung in die Praxis Inno-Update

In dem über das Innovationsprogramm geförderte Projekt "LichtFalle" wurden entscheidende Ergebnisse und Entwicklungen erzielt – jetzt gehen sie in vielversprechenden Folgeprojekten in die nächste Runde.

v.l.n.r. LED- Laser-Kombifalle im Gewächshaus, Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) unbehandelt und nach einer letalen Laserbestrahlung © Laserzentrum Hannover e.V.
© Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme (IPGS) Hannover, Laserzentrum Hannover e.V. (links) © Laserzentrum Hannover e.V. (rechts)

Innovationen durchlaufen mehrere Phasen. Von der Idee bis zur Markteinführung vergehen nicht selten mehr als zehn Jahre. Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind in der Regel für drei Jahre konzipiert. Mit Projektende stellt sich daher häufig die Frage: Wie geht es weiter? 

Forschung zur LED-Laser-Kombifalle 

Das Innovationsprojekt „LichtFalle“ ist 2019 mit der Idee gestartet, eine mobile, intelligente LED-Laser-Kombifalle für den Einsatz im Gewächshaus zu entwickeln und eine alternative Lösung zur klassischen Gelbtafel für die gartenbauliche Praxis anzubieten. In Zusammenarbeit zwischen den Forschungseinrichtungen Laser Zentrum Hannover e.V., der Leibniz Universität Hannover und den Unternehmen DH Licht GmbH, Götting KG und iotec GmbH wurde das Vorhaben umgesetzt. Die erste Projektphase wurde erfolgreich abgeschlossen. Die entwickelte Lichtfalle ist derzeit in der Lage, das Schadinsekt Weiße Fliege mit LED-Modulen anzulocken, mittels bildgebender Verfahren zu erkennen und gezielt mit einem Laser zu bekämpfen. Dabei werden Nützlinge geschont. 

Ein kurzer Projektfilm zeigt die Zielsetzung und Fortschritte von „LichtFalle“: https://www.lzh.de/videos/interview-projekt-lichtfalle

Erfolgsversprechender Projektabschluss - wie geht es weiter?

Nach drei Jahren intensiver Forschung und Entwicklung sind entscheidende Ergebnisse und Entwicklungen erzielt worden. Dennoch sind noch weiterführende Fragen z. B. „Wie fügt sich das Gerät in die Abläufe der gartenbaulichen Praxis ein?“, „Wie kann das Konzept oder Teile davon im Freiland eingesetzt werden?“ und „Wieviel Pflanzenschutzmittel können eingespart werden?“ zu klären. In zwei Folgeprojekten erfolgt nun die Weiterentwicklung des Systems und Fragen zur Praxistauglichkeit werden adressiert.

„LichtFalle“ als Basis für die nächsten Entwicklungsschritte

Im BMLEH-geförderten Vorhaben „LuMoS“ aus der Innovationsförderung wird aufbauend auf der „LichtFalle“, ein Lock- und Monitoringsystem zum Überwachen des Schadinsektenbefalls für den Einsatz im Freiland entwickelt. Die Erfahrungen aus dem Gewächshaus werden genutzt, um das System zu einer autonom operierenden LED-Lichtfalle weiterzuentwickeln. Die Herausforderung beim Übergang ins Freiland liegen unter anderem in der Erkennung neuer Schadorganismen wie etwa des Maiszünslers oder des Rapsglanzkäfers, auf die das System trainiert werden muss, sowie darin, die Technik so robust zu gestalten, dass sie im rauen Feldeinsatz standhält. Am Ende des Projekts soll das Monitoring der Insekten auch dazu beitragen, den rechtzeitigen Einsatz natürlicher Gegenspieler (z. B. Schlupfwespen) besser vorherzusagen. 

Im Projekt Lichtfalle: Praxis der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP), gefördert durch das Land Niedersachsen, wird die LED-Laser-Kombifalle in der Gartenbaupraxis weiter erprobt. Ziel ist es, den vollautomatisierten Einsatz für das Insektenmonitoring weiter auszubauen und bezüglich Praxistauglichkeit zu validieren. Darüber hinaus soll die Schädlingserkennung auf weitere wichtige Insektenarten für den Gartenbau ausgeweitet werden. 

Hintergrund

Am Anfang einer Innovation steht die Idee zu einer neuen Entwicklung. Ist die Machbarkeit nachgewiesen, kann eine Förderung als Forschungs- und Entwicklungsprojekt über das Programm zur Innovationsförderung des BMLEH erfolgen. Das Programm greift mit seiner Förderung eine Vielzahl von Themen der Agrar- und Ernährungswirtschaft auf. Auch im Schwerpunkt Pflanzenschutz werden FuE-Projekte gefördert. Damit es gelingt den Pflanzenschutz zukunftsweisend und umweltschonender auszurichten, braucht es innovative Lösungen, die den Erfordernissen in der Praxis entsprechen und gleichzeitig die Anforderungen aus Gesellschaft und Umwelt berücksichtigen.