Am 25. Juni 2026 kamen in der Kokerei Hansa in Dortmund die Beteiligten aus zwei Bekanntmachungen des BMLEH zu einem gemeinsamen Netzwerktreffen zusammen. Unter dem Motto „Alte Hallen, frische Ernte, neue Kumpels“ standen das gegenseitige Kennenlernen, der fachliche Austausch und die Anbahnung neuer Kooperationen im Mittelpunkt.
Die Kokerei Hansa bot dafür einen passenden Rahmen. Das Industriedenkmal steht beispielhaft für den Wandel urbaner Flächen und stellt die Schnittstelle von räumlicher Entwicklung, Produktion, Ernährung und gesellschaftlichem Wandel dar. Damit schlug der Veranstaltungsort eine Brücke zwischen Landwirtschaft, Ernährung und Heimat mit direktem Bezug zur Innovationsförderung.
Vernetzung über Förderbereiche hinweg
Das Innovationsnetzwerk Urbaner Gartenbau (INUGA) begleitet seit drei Jahren im Auftrag der BLE die Projekte der Bekanntmachung „Urbaner Gartenbau“. Mit dem Treffen in Dortmund wurde die Vernetzung nun auf die neu gestarteten Projekte zu Zukunftsweisenden Produktionssystemen ausgeweitet. Aus beiden Bekanntmachungen sind insgesamt 22 Forschungsvorhaben mit 71 Teilprojekten hervorgegangen.
Die neuen Vorhaben befassen sich insbesondere mit der Produktion unter weitgehend kontrollierten Umweltbedingungen. Dies trägt zur Resilienz der Produktion bei und bietet Chancen für urbane als auch für ländliche Räume. Bestenfalls wirken sie durch Umnutzung von brachliegenden Flächen und vertikale Anbausysteme dem weiteren Flächenverbrauch entgegen. Zu den früheren Projekten, die im Rahmen der Bekanntmachung zum urbanen Gartenbau gefördert wurden, bestehen zahlreiche Anknüpfungspunkte. Ziel des Netzwerktreffens war es, diese Synergien sichtbar zu machen, Erfahrungen aus der praktischen Projektarbeit auszutauschen und den Wissens- und Praxistransfer zu stärken.
Produktionssysteme der Zukunft vorgestellt
Seitens des BMLEH begrüßten gleich zwei Referatsleiterinnen die Teilnehmenden: Esther Winterhoff, Leiterin des Referats 734 Gartenbau und Landschaftsbau, und Claudia Striffler, Leiterin des Referats 425 Innovation, Transfer und Vernetzung, Start-ups. Beide hoben hervor, dass die Bekanntmachungen einen zentralen Baustein einer langfristig ausgerichteten Forschungsstrategie bilden.
Mit Blick auf die hohen Temperaturen am Veranstaltungstag betonte Esther Winterhoff die Bedeutung einer nachhaltigen Stadtentwicklung: „An Tagen wie heute merkt man, wie wichtig eine blau-grüne Infrastruktur ist.“
Anschließend stellten die Projektbeteiligten ihre Vorhaben in fünfminütigen Pitches vor. Die thematische Bandbreite reichte von multitrophischen Agrarsystemen zur Schließung von Nährstoffkreisläufen über automatisierte und digital gesteuerte Kultursysteme bis hin zu neuen Verfahren für eine ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion.
Zwischen den Präsentationsrunden gab es offene Austauschphasen, die intensiv genutzt wurden um gemeinsame Fragestellungen zu identifizieren, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen.
Den fachlichen Abschluss des Vormittags gestaltete Dr. Thomas Engelke, Sachgebietsleiter in der Innovationsförderung, mit einem Ausblick auf weitere Aktivitäten. Unter anderem verwies er auf die DLG Inhouse Farming Convention im April 2027 in Hamburg. Der hierfür zuständige Leiter für „Forschung und Innovation“ der DLG, Prof. Dr. Nils Borchard, war ebenfalls vor Ort, so dass auch in diese Richtung eine Vernetzung angebahnt werden konnte.
Aquaponik am ehemaligen Industriestandort
Bei einer abschließenden Besichtigung der Aquaponikanlagen des Projektes „EuRipidEs“ erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Anlage und die dort erprobten nachhaltigen Produktionsverfahren.
Die Verbindung von Pflanzenproduktion und Fischhaltung in einem gemeinsamen Kreislaufsystem veranschaulichte, wie innovative Formen der Lebensmittelproduktion auf urbanen Flächen weiterentwickelt werden können. Zudem wurde deutlich, welches Potenzial ehemalige Industriestandorte wie die Kokerei Hansa für neue Nutzungskonzepte bieten und dabei auch für soziale Aspekte förderlich sein können.
Das Netzwerktreffen zeigte, wie wertvoll der Austausch über einzelne Förderbereiche und Projektgrenzen hinweg ist. Die geknüpften Kontakte und identifizierten Gemeinsamkeiten bieten zahlreiche Ansatzpunkte für den weiteren Wissenstransfer und zukünftige Kooperationen.